Satire und Humor
Credit phb Humor ist wenn man trotzdem lacht … Frage: Was macht Frau, wenn man lacht? Satire – Die Kunst des indirekten AngriffsEin kurzer Essay mit Blick auf die deutsche Tradition Satire lügt nicht. Sie übertreibt – und trifft damit genauer als jede nüchterne Bestandsaufnahme. Das ist ihr Paradox und ihr Geheimnis. In der deutschen Kulturtradition allerdings hat dieses Paradox eine besondere Geschichte – und eine besondere Schwierigkeit.Denn die Deutschen, so das hartnäckige Vorurteil, besitzen keinen Humor. Das stimmt natürlich nicht. Was sie bisweilen fehlt, ist die Leichtigkeit im Umgang mit der Ironie – jener kulturellen Technik, die zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten einen Abstand hält, ohne diesen Abstand durch Fußnote oder Erklärung zu schließen. Eine schwierige Erbschaft, in der Tat. Die deutsche Satire hat große Namen hervorgebracht – und war dennoch stets mit einem Unbehagen behaftet. Heinrich Heine, der vielleicht schärfste satirische Geist der deutschen Literatur, musste sein Werk größtenteils im Pariser Exil schreiben. Der Prophet im eigenen Land: zu unbequem, zu bissig, zu präzise. Seine Lobgesänge auf König Ludwig oder die Zeitgedichte treffen die deutsche Selbstgefälligkeit mit einer Eleganz, die bis heute irritiert, weil die Ironie nie ganz aufgelöst wird, weil der Leser im Ungewissen bleibt, ob er lachen oder erschrecken soll.Das ist kein Zufall. Heine verstand, was gute Satire leisten muss: Sie darf das Unbehagen nicht auflösen. Sie muss es kultivieren.Tucholsky, ein Jahrhundert später, trieb dasselbe Spiel,…