LOTE

Languages Other Than English

Here is the English translation of the statement:


Is learning a foreign languages superfluous thanks to good translation tools and AI? No!

30 March 2026

Dear colleagues,

Recently I have been receiving press enquiries with increasing frequency suggesting that technological advances have made learning foreign languages unnecessary. The question posed is to what extent pupils’ motivation to learn a foreign language is diminished by ever-improving translation tools — or whether, on the other hand, these tools might actually be what sparks interest in foreign languages in the first place.

My usual response is that this topic matters deeply to us as a philologists’ association, because it ultimately touches on our fundamental humanistic understanding of education. For Wilhelm von Humboldt, for example, learning foreign languages was vitally important because he saw it as a way of getting to know other cultures, and thereby advancing the individual’s formative engagement with both themselves and the world. Through language learning — in his day, especially the classical languages — he wanted to enable the individual to “connect as much of the world as possible as closely as possible to themselves.” A beautiful idea, and one that captures the humanistic approach to language learning. Foreign language learning is therefore about far more than translation. That is precisely why it remains irreplaceable as part of school education, regardless of how excellent translation tools become.

Technological progress, including ever-improving translation functions, fundamentally changes the way we engage with language — but it does not make the acquisition of language competence redundant. A translation tool can therefore certainly serve as a first, motivating step towards venturing into communication in a foreign language. Technologies can assist with communication — but not with genuine understanding. Such tools replace neither independent thinking in the foreign language, nor intercultural competence, rhetorical ability, or professional discourse skills. Language proficiency is a cognitive and cultural resource — and one that is irreplaceable in genuine human encounters. For this reason, we believe that even excellent translation tools will never be able to replace the value of learning a foreign language oneself.

With specific reference to foreign language learning in schools — and especially at Gymnasium level — what is at stake is the cognitive development of pupils. It is only through learning several foreign languages that they come to recognise that each language is its own system, offering different grammatical possibilities for expressing the relationships and ideas one wishes to convey.

Added to this is an expansion of conceptual understanding and vocabulary, both in the foreign languages and in German, as pupils discover that a particular word in the foreign language cannot be rendered by a single German word — and vice versa — but encompasses a range of meanings that, depending on context, must be expressed by different German words in order to convey the meaning adequately. Moreover, reading in the original language opens access to other perspectives on the world. For every language carries within it a different understanding of the world.

In this way, pupils acquire both the academic and scholarly “toolkit” that is a prerequisite for university study, and the foreign language skills needed to study and work in other countries, and to draw appropriately on foreign-language academic literature and sources for their own scholarly work — even if that work is “only” a university essay.

Let us continue to advocate for the education of our pupils — for those who are (foreign-language) educated and knowledgeable will be able to engage with AI and technical translation tools in a way that is intelligent, reflective, and responsible. Those who are not, will not.

With education-minded greetings!

Susanne Lin-Klitzing
Federal Chair of the German Philologists’ Association (Deutscher Philologenverband)


A remarkably well-argued statement, one that resonates (Resonanz) with my own GEW experiences in Berlin as a young student at Paulsen Gymnasium in Berlin Steglitz (1977-1979).

Peter H Bloecker, Director Of Studies

Linked

Here is the English translation of the statement:


Credit phb


This is remarkably well-argued — this statement will resonate with my own published position on language, abstraction, and Sprache und Geist following Noam Chomsky and his legacy.

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Ich habe die Ehre, diesen Text aus Deutschland abdrucken zu duerfen!

Mit Genehmigung der Pressestelle des bundesdeutschen Verbandes der Philologen.

Verband der Gymnasiallehrer (GERMAN HIGH SCHOOLS).

  1. März 2026
    Liebe Kollegen und Kolleginnen,

in der letzten Zeit erreichen mich immer häufiger Presseanfragen, die aufgrund technologischer Fortschritte Fremdsprachenlernen für überflüssig halten. Gefragt wird, inwieweit die Motivation der Schülerinnen und Schüler durch immer bessere Übersetzungstools gemindert wird, eine Fremdsprache zu lernen – oder aber ob andererseits dadurch gerade erst das Interesse an Fremdsprachen geweckt wird?

Ich antworte darauf in der Regel, dass uns als Philologenverband dieses Thema wichtig ist, weil es letztlich unser grundlegendes humanistisches Bildungsverständnis berührt. Für Wilhelm von Humboldt beispielsweise war das Fremdsprachenlernen ja deshalb so wichtig, weil er mit dem Lernen fremder Sprachen das Kennenlernen anderer Kulturen und damit auch die bildende Auseinandersetzung des Individuums mit sich und der Welt vorantreiben wollte. Er wollte mit dem Sprachenlernen (damals gerade auch der antiken Sprachen) dem Individuum ermöglichen, „so viel Welt als möglich so eng als möglich mit sich zu verbinden“. Eine sehr schöne Vorstellung, die den humanistischen Ansatz des Sprachenlernens beschreibt. Es geht also beim Fremdsprachenlernen um viel mehr als um das Übersetzen. Und deswegen ist das Fremdsprachenlernen als Teil schulischer Bildung auch unersetzbar, ganz gleich wie hervorragend Übersetzungstools werden.

Grundsätzlich verändert der technologische Fortschritt, wie auch die immer besseren Übersetzungsfunktionen, den Umgang mit Sprache, macht aber den Erwerb von Sprachkompetenz nicht überflüssig. Deshalb kann ein Übersetzungstool auch durchaus ein erster motivierender Schritt sein, sich in fremdsprachliche Kommunikationen zu wagen. Technologien können bei der Verständigung helfen – nicht aber beim umfassenden „Verstehen“. Solche Tools ersetzen also weder eigenständiges Denken in der Fremdsprache noch interkulturelle Handlungsfähigkeit, rhetorische Kompetenz oder berufliche Diskursfähigkeit. Sprachkenntnisse sind eine kognitive und kulturelle Ressource – und die ist bei echten menschlichen Begegnungen unersetzbar. Deshalb werden aus unserer Sicht gute Übersetzungstools den Wert des eigenen Fremdsprachenlernens nicht ersetzen können.

Speziell auf das schulische Fremdsprachenlernen bezogen, insbesondere am Gymnasium, geht es also um die Denkentwicklung der Schülerinnen und Schüler – und auch erst durch das Erlernen mehrerer Fremdsprachen erkennen sie, dass jede Sprache ein eigenes System ist, das unterschiedliche grammatische Möglichkeiten bietet, Zusammenhänge, die man formulieren möchte, zum Ausdruck zu bringen.

Hinzu kommt eine Erweiterung der Begriffskonzepte und des Wortschatzes sowohl in den Fremdsprachen als auch im Deutschen, dadurch dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass ein bestimmtes Wort in der Fremdsprache sich nicht mit nur einem Wort im Deutschen wiedergeben lässt und vice versa, sondern ein Bedeutungsspektrum umfasst, das sich je nach Kontext mit unterschiedlichen deutschen Wörtern ausdrücken lässt und sogar mit unterschiedlichen Wörtern ausgedrückt werden muss, um die Bedeutung angemessen wiederzugeben. Zudem eröffnet die Lektüre in der Originalsprache den Zugang zu anderen Perspektiven, die Welt zu betrachten. Denn jede Sprache beinhaltet ein anderes Weltverständnis.

Auf diese Weise wird sowohl das bildungs- und wissenschaftssprachliche „Rüstzeug“ erworben, das für ein Universitätsstudium Voraussetzung ist, als auch die fremdsprachlichen Kenntnisse, um sowohl in anderen Ländern studieren und arbeiten zu können als auch die fremdsprachige wissenschaftliche Literatur und fremdsprachige Quellen angemessen für die eigenen wissenschaftlichen Werke – und seien es „nur“ Hausarbeiten an der Uni – heranziehen zu können.

Lassen Sie uns weiterhin für die Bildung unserer Schülerinnen und Schüler eintreten – denn die (fremdsprachig) Gebildeten und Kundigen werden mit KI und technischen Übersetzungstools klug, reflektiert und verantwortungsvoll umgehen können. Die anderen nicht.

Mit bildungsorientierten Grüßen!

Ihre Susanne Lin-Klitzing,
Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes

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