Nordsee: Husum

Schimmelreiter

Theodor Storm

This post written in German is about The Northsea – Der Blanke Hans – Theodor Storm

Theodor Storm: Der Schimmelreiter
Hauke Haien, der Blanke Hans und die Wildgaense in der Nacht
Menschen an der Nordsee: Eine Bestandsaufnahme – Kapitel II
P.H. Bloecker – Burleigh Waters, Gold Coast – Maerz 2026

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drueckt die Daecher schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintoening um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlaegt im Mai
Kein Vogel ohn Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch haengt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber fuer und fuer
Ruht laechelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.
Theodor Storm, Die Stadt, 1852

I. Die graue Stadt – und was sie verschweigt
Es gibt Gedichte, die man kennt, ohne je nachgedacht zu haben, was sie wirklich sagen. Storms Gedicht Die Stadt ist eines davon. Schueler lernen es auswendig, Husum druckt es auf Prospekte, Touristen fotografieren die Tafel am Hafen. Und dabei uebersieht man leicht die zweite Strophe.
Nicht der Nebel. Nicht das Meer. Die Wandergans.
Die Wandergans mit hartem Schrei / Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei – das ist die einzige Bewegung im ganzen Gedicht. Alles andere steht still: die Stadt, das Gras, der Nebel, das eintoenigem Meer. Nur die Gans fliegt. Nur die Gans macht einen Laut. Und der ist hart. Nicht schoen, nicht melodisch – hart. Ein Schrei, keine Melodie. Ein Zeichen, keine Antwort.
Storm schrieb dieses Gedicht 1852, als ihm seine Advokatur entzogen worden war – aus politischen Gruenden, weil er gegen die Daenen gearbeitet hatte, waehrend sein Schleswig-Holstein zwischen zwei Maechten zerrieben wurde. Ein Mann, dem sein Beruf genommen wurde. Ein Mann im Exil seines eigenen Lebens. Und in diesem Gedicht ist er die Gans: der einzige, der sich bewegt, der einzige, der einen Laut macht – aber er fliegt vorbei, er bleibt nicht.
Das ist der Einstieg in Storm. Nicht das sentimentale Bild der grauen Stadt. Sondern die Frage: Wer fliegt? Und wer bleibt stehen?

II. Husum und Buesum – Schwesterstaedte am Rand der Welt
Wer von Hamburg westwaerts faehrt, durch Itzehoe, durch das flache Dithmarschen, kommt irgendwann an die Kueste. Husum liegt weiter noerdlich, kurz vor der daenischen Grenze. Buesum liegt suedlicher, direkt am Watt. Beide Staedte sind Geschwister im Geiste: grau, kuestennah, wind-durchpfluegt, ohne Illusionen.
Buesum kennt man heute vor allem als Familienreiseziel mit Strandkoerben und Krabbenbrot. Was man weniger kennt: Buesum liegt am Rand des groessten Wattenmeers der Welt, eines UNESCO-Weltnaturerbes, das zweimal taeglich vollstaendig unter Wasser verschwindet und wieder auftaucht. Es ist eine Landschaft, die sich dem Besitz verweigert. Das Watt gehoert keinem. Es ist immer beides: Land und Meer, Festigkeit und Aufloesung.
In dieser Landschaft schrieb Theodor Storm seine Novelle. In dieser Landschaft liess er Hauke Haien seinen Deich bauen. Und in dieser Landschaft – dieselbe Kueste, dieselbe Luft, dieselbe Unerbittlichkeit des Horizonts – siedelt Siegfried Lenz ein Jahrhundert spaeter seinen Polizeiposten Rugbuell an. Die Nordseekueste Schleswig-Holsteins ist ein literarischer Dauerkontinent: Sie veraendert sich nicht. Sie wartet.

III. Der Schimmelreiter – Hauke Haien und der Blanke Hans
Das Werk
Theodor Storms Novelle Der Schimmelreiter erschien 1888, kurz vor dem Tod des Autors. Sie ist sein letztes grosses Werk und sein dunklstes. Die Geschichte des Deichgrafen Hauke Haien, eines visionaeren Einzelgaengers, der einen neuen, besseren Deich bauen will und daran zugrunde geht – nicht an der Natur allein, sondern an dem, was Menschen aus Neid, Aberglaube und Gleichgueltigkeit tun -, ist eine der erschuetterndsten Erzaehlungen der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts.
Storm kleidete das Werk in eine dreifache Rahmenerzaehlung: Ein Ich-Erzaehler erinnert sich an eine Geschichte, die er als Kind gelesen hat; darin besucht ein Reisender in den 1820er Jahren ein Dorf an der Nordseekueste; dort erzaehlt ihm ein Schulmeister die Geschichte von Hauke Haien, die sich vor fast hundert Jahren zugetragen haben soll. Diese gestaffelten Ernaehlebenen schaffen eine Distanz, die keine Distanz ist: je tiefer man einsteigt, desto unmittelbarer wird das Grauen.
Hauke Haien – der Rationalist am Deich
Hauke Haien ist kein Held im ueblichen Sinne. Er ist ein Aussenseiter von Kindheit an: mathematisch begabt, sozial isoliert, ungeliebt von der Dorfgemeinschaft, die ihn fuer hochmuetig haelt. Was ihn treibt, ist kein Ehrgeiz im karikativen Sinne – es ist die Ueberzeugung, dass er etwas besser weiss als alle anderen. Und er hat recht. Sein neuer Deich ist besser konstruiert als der alte. Die flachere Seeseite verteilt die Kraft der Wellen effektiver. Er ist, technisch gesehen, kein Narr. Er ist ein Ingenieur in einer Welt, die noch keine Ingenieure kennt.
Der Widerstand der Dorfgemeinschaft ist nicht nur Dummheit. Er ist auch Angst. Angst vor dem Fremden, vor dem Anderen, vor dem Mann, der den Schimmel reitet und den die Leute fuer einen Teufelsbuendner halten. Der Schimmel ist das Symbol seiner Andersartigkeit: ein weisses Tier, das aus dem Nichts kam, das niemand kennt, das Unheil ankuendigt – oder so sagt man.
Der Schimmelreiter ist nicht nur eine Novelle ueber Deichbau, sondern ein Seismograf gesellschaftlicher Umbrueche.
Storm zeigt uns, wie eine Gemeinschaft das Genie, das sie retten koennte, zerstoert – durch Misstrauen, Sabotage, Gleichgueltigkeit. Haukes Deich haelt. Der alte, vernachlaessigte Deich, fuer den seine Feinde im Dorf verantwortlich sind, bricht. Und in dieser Sturmflut sterben Haukes Frau Elke und die gemeinsame Tochter Wienke. Hauke reitet in die Flut. Er stirbt. Der neue Deich steht noch hundert Jahre spaeter.
Das ist Storms bitterste Aussage: Der Deich ueberdauert den Mann. Das Werk bleibt. Der Mensch geht. Und die Gemeinschaft, die ihn geopfert hat, profitiert von dem, was er hinterlassen hat, ohne jemals zu verstehen, was sie getan hat.
Der Blanke Hans – das Meer als Richter
Der Blanke Hans – das ist der Volksname fuer die Nordsee in ihrer zerstoererischen Form. Nicht das ruhige Wattenmeer, das man durchwandern kann. Sondern das aufgewuehlte, winterliche, mordende Meer, das Deiche bricht und Menschen schluckt. Der blank geputzte, glitzernde Moerder.
In Storms Novelle ist der Blanke Hans keine Metapher – er ist eine Figur. Er handelt. Er bricht durch den schwaechsten Punkt. Die Sturmflut trifft Haukes Familie, nicht seinen Feind Ole Peters. Das Meer ist kein gerechter Richter. Es ist ein blindes Urteil.
Und doch liegt in diesem blinden Urteil eine eigentueumliche Gerechtigkeit: Das Meer zerstoert, was Menschen falsch gebaut haben. Haukes Deich haelt. Der alte Deich bricht. Das Meer weiss, was gut gebaut ist – auch wenn es keine Ruecksicht auf den Erbauer nimmt.
Der Blanke Hans ist das, was jenseits aller menschlichen Pflicht und Ordnung liegt. Er fragt nicht, wer Deichgraf ist. Er fragt nicht, ob man seine Pflicht getan hat. Er kommt. Und er geht. Und hinterlaesst, was er hinterlaesst.

IV. Der Deich – Ordnung gegen das Lebendige
Wenn man Siegfried Lenz und Theodor Storm nebeneinanderstellt, springt ein Bild sofort ins Auge: der Deich.
Bei Storm ist der Deich Haukes Lebenswerk – sein Versuch, der Natur eine Grenze zu setzen, das Meer zurueckzuhalten, die Gemeinschaft zu schuetzen. Der Deich ist das Sinnbild menschlicher Gestaltungskraft, aber auch ihrer Hybris und ihrer Vergaenglichkeit.
Bei Lenz ist der Deich eine andere Metapher. Der noerdlichste Polizeiposten des Reiches – das ist auch ein Deich. Jens Ole Jepsen ist der Deichgraf des Nationalsozialismus: Er haelt die Ordnung aufrecht. Er verhindert, dass das Lebendige – die Kunst, die Freiheit, der Widerstand – ueber die Grenze dringt. Er ist unermuedlich, er ist pflichtbewusst, er duldet keine Ausnahme.
Und genau wie Haukes Deich am falschen Punkt bricht, bricht auch Jepsens Ordnung schliesslich – nicht weil er aufgehoert hat, seine Pflicht zu tun, sondern weil die Welt sich geaendert hat. Die Briten kommen. Das Malverbot wird aufgehoben. Nansen wird international anerkannt. Aber Jepsen kehrt auf seinen Posten zurueck. Er baut seinen Deich weiter, auch wenn das Meer laengst abgeflossen ist.
Beiden Novellen gemeinsam ist die Erkenntnis: Man kann gegen das Lebendige keine dauerhafte Ordnung errichten. Der Blanke Hans kommt immer. Die Wildgaense fliegen immer. Die Bilder entstehen immer. Man kann sie verbieten, vergraben, verstecken – aber sie sind da.

V. Wildgaense rauschen durch die Nacht – Walter Flex und das belastete Erbe

Wildgaense rauschen durch die Nacht
Mit schrillem Schrei nach Norden –
Unstaete Fahrt! Habt acht, habt acht!
Die Welt ist voller Morden.

Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
Graureisige Geschwader!
Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,
Weit wallt und wogt der Hader.

Rausch zu, fahr zu, du graues Heer!
Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
Fahrt ihr nach Sueden uebern Meer –
Was ist aus uns geworden?

Wir sind wie ihr ein graues Heer
Und fahrn in Kaisers Namen,
Und fahrn wir ohne Wiederkehr,
Rauscht uns im Herbst ein Amen!
Walter Flex, Wildgaense rauschen durch die Nacht, 1916

Der Autor – eine notwendige Korrektur
Das Gedicht, das man leicht Ernst Moritz Arndt zuschreibt – dem Romantiker, dem Patrioten, dem Freiheitssaenger -, stammt in Wirklichkeit von Walter Flex. Einem anderen Mann, einer anderen Epoche, einem anderen Krieg. Flex wurde 1887 in Eisenach geboren und fiel 1917 auf der Insel Oesel im Ersten Weltkrieg. Er war 30 Jahre alt.
Sein Gedicht entstand 1915, mitten im Krieg, und erschien 1916 in seinem Buch Der Wanderer zwischen beiden Welten – einem der meistgelesenen deutschen Buecher des Ersten Weltkriegs. Flex schrieb das Gedicht als Elegie: nicht als Hurrapatriotismus, sondern als duestere Ahnung. Und fahrn wir ohne Wiederkehr – das ist kein Triumphschrei. Das ist die Wahrheit ueber das, was kommt.
Die Wildgaense fliegen nach Norden. Sie folgen keinem Befehl. Sie folgen einem Instinkt, einem Zug, einem inneren Kompass. Und die Soldaten sehen sich in ihnen – ein graues Heer, das in eine Richtung zieht, aus der es moeglicherweise nicht zurueckkommt.
Das belastete Erbe – eine Parallele zu Nolde
Hier beginnt die Komplikation, die denjenigen bekannt vorkommen sollte, der im ersten Kapitel ueber Emil Nolde nachgedacht hat.
Walter Flex’ Gedicht wurde zunaechst von der Wandervogelbewegung aufgegriffen – der deutschen Jugendbewegung, die Natur, Freiheit und Wandern als Gegenentwurf zur Industriegesellschaft feierte. Soweit gut. Dann uebernahm es die Hitlerjugend. Dann die Wehrmacht. Dann die Waffen-SS, die in Kaisers Namen kurzerhand durch in Fuehrers Namen ersetzte.
Ein Gedicht ueber die Sehnsucht nach Freiheit und die Ahnung des Todes wurde zum Marschlied des Vernichtungsapparats. Die Melodie, die Robert Goetz 1916 dazu schrieb – zackig, marschmaessig -, machte es leicht. Man konnte im Gleichschritt dazu gehen.
Das ist dieselbe Konstellation wie bei Nolde: ein Kunstwerk, das fuer Widerstand und innere Freiheit steht, vereinnahmt von dem System, das beides vernichten will. Bei Nolde war der Kuenstler selbst ein Teil des Problems – er kollaborierte, bewunderte Hitler, denunzierte Kollegen. Bei Flex ist der Dichter selbst laengst tot – er kann sich nicht wehren, nicht distanzieren, nicht korrigieren.
Die Frage, die beide Faelle aufwerfen, ist dieselbe: Was gehoert einem Werk? Dem Autor? Den Rezipienten? Der Geschichte? Oder keinem davon – sondern nur sich selbst, seiner inneren Wahrheit, die weiterbesteht, auch wenn alle Menschen um sie herumgefallen sind?
Die Wildgaense fliegen nach Norden. Immer noch. Trotz allem.
Das Gedicht und Storm
Was Storms Wandergans mit einem harten Schrei in der Herbstesnacht vorbei fliegt und Flex’ Wildgaense, die in der nachtdurchwogte Welt nach Norden rauschen, verbindet, ist mehr als ein Bild. Es ist eine Poetologie der Nordseekueste.
In Storms Gedicht ist die Wandergans das einzige Lebendige in einer erstarrten Welt. Sie macht einen Laut – einen harten Schrei, keinen schoenen – und zieht vorbei. Sie kommentiert nichts. Sie bleibt nicht. Sie ist der Beweis, dass Bewegung moeglich ist, auch wenn alles steht.
In Flex’ Gedicht sind die Wildgaense ein Spiegel fuer die Sterbenden: Sie ziehen nach Norden, waehrend die Menschen nach Sueden fahren, uebern Meer, moeglicherweise ohne Wiederkehr. Die Frage Was ist aus uns geworden? ist keine rhetorische Frage. Es ist die ehrlichste Frage, die ein Soldat stellen kann.
Beide Gedichte zusammen ergeben das vollstaendige Bild der Nordseekueste als Grenzraum: Hier endet das Land. Hier beginnt das Unbeherrschbare. Und die Voegel wissen, wohin sie fliegen – die Menschen nicht immer.

VI. Storm, Lenz und die Nordsee als literarischer Kontinent
Zwischen Theodor Storm (1817-1888) und Siegfried Lenz (1926-2014) liegen mehr als hundert Jahre. Zwischen Husum und Rugbuell liegen wenige Kilometer. Die Nordsee zwischen ihnen hat sich nicht veraendert.
Was Storm im 19. Jahrhundert als Tragoedie des visionaeren Einzelgaengers erzaehlt – den Mann, der besser weiss als alle, und dafuer zerstoert wird -, erzaehlt Lenz im 20. Jahrhundert als Tragoedie des blinden Gehorsams. Hauke Haien kaempft gegen die Dummheit der Masse. Nansen kaempft gegen die Mechanismen der Diktatur. Siggi kaempft gegen seinen eigenen Vater.
Alle drei kaempfen an der Nordsee. Alle drei verlieren etwas, das nicht wiederzugewinnen ist. Und alle drei hinterlassen etwas, das bleibt: Haukes Deich, Nansens Bilder, Siggis Text.
Die Nordseekueste ist kein romantisches Idyll in der deutschen Literatur. Sie ist der Ort, wo keine Entschuldigung gilt. Wo der Wind jeden Satz mitnimmt, den man nicht wirklich meint. Wo die Wandergans ihren harten Schrei macht und weiterfliegt, ob man es hoeren will oder nicht.
Meer und Deich symbolisieren Naturgewalten und Naturbeherrschung – und erzaehlen die Geschichte der Menschen zur Natur als Miteinander und Gegeneinander.
Das gilt fuer Storm. Das gilt fuer Lenz. Das gilt fuer Walter Flex, dessen Wildgaense durch die nachtdurchwogte Welt nach Norden ziehen – unbeauftragt, unbestellt, unbeirrt.

VII. Was bleibt – Gaense, Deiche, graue Staedte
Es gibt eine Szene in Der Schimmelreiter, die man nicht vergisst. Hauke Haien steht auf dem Deich. Es ist Nacht. Die Sturmflut kommt. Er sieht, wie der alte, schlechte Deich bricht. Er sieht seine Frau und seine Tochter in den Fluten. Er reitet in den Tod.
Storm laesst ihn schweigen. Hauke sagt nichts in diesem Moment. Er handelt. Er reitet. Das Pferd und der Reiter verschwinden in der Flut – und werden zur Sage. Zum Schimmelreiter, der noch heute erscheint, wenn die Deiche bedroht sind.
Gespenster an der Nordseekueste sind nicht das Gegenteil der Realitaet. Sie sind ihre Verdichtung. Was man nicht aussprechen kann, wird zum Bild. Was man nicht verarbeiten kann, wird zur Sage. Hauke Haien konnte nicht gerettet werden – also ritt er in die Sage hinein und wurde unsterblich.
Und ueber dem Deich, in der Herbstesnacht – da fliegen die Wildgaense. Mit schrillem Schrei nach Norden. Sie interessieren sich nicht fuer Haukes Tod. Sie interessieren sich nicht fuer Jens Jepsens Pflicht. Sie interessieren sich nicht fuer die politische Karriere eines Liedes, das von der Wehrmacht vereinnahmt wurde.
Sie fliegen. Sie rauschen. Sie schreien.
Und irgendwo, in einer Jugendstrafanstalt auf einer Elbinsel bei Hamburg, sitzt Siggi Jepsen in seiner Zelle und schreibt. Er hoert die Gaense vielleicht nicht. Aber er fuehllt, was sie meinen.
Die graue Stadt am Meer wartet. Der Deich haelt. Die Gaense ziehen.
Das ist alles. Und das ist genug.


P.H. Bloecker – bloecker.wordpress.com – phbloecker.wordpress.com
Burleigh Waters, Gold Coast, Queensland – Maerz 2026
Kapitel II zu: Siegfried Lenz – Der Maler Max, die Freuden der Pflicht und die wilden Schwaene